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Für Vermieter8 Min. Lesezeit

Mietschuldenfreiheits­bescheinigung ausstellen: Anleitung für Vermieter

In zwei Minuten erledigt: Was Sie als Vermieter hineinschreiben, worauf Sie achten müssen und wie Sie Ihr Haftungsrisiko gering halten.

Von Redaktion mietschuldenfreiheitsbescheinigung.de··Geprüft am 19. Oktober 2026: Fachlich geprüft und Quellen ergänzt.
Ein älterer privater Vermieter schreibt mit korrekt gehaltener Stiftspitze auf einem Blatt.

Eine Bescheinigung für zuverlässige Mieter ist schnell erstellt und ohne Risiko.

Ein Mieter bittet Sie um eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, und Sie fragen sich, ob Sie das überhaupt müssen, was genau hineingehört und ob Sie damit ein Risiko eingehen. Die gute Nachricht: Für einen Mieter, der zuverlässig gezahlt hat, ist die Bescheinigung in wenigen Minuten erledigt und vollkommen unbedenklich. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf, zeigt die Kernangaben und erklärt, wie Sie Datenschutz und Haftung sauber im Griff behalten.

Müssen Sie als Vermieter ausstellen?

Nein. Das deutsche Mietrecht kennt keine Vorschrift, die Sie zur Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verpflichtet - weder während des laufenden Mietverhältnisses noch nach dessen Ende. Anders als beim Arbeitszeugnis, auf das Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch haben, besteht hier kein einklagbarer Anspruch des Mieters. Sie entscheiden also frei, ob Sie der Bitte nachkommen.

In der Praxis spricht bei einem zuverlässigen Mieter jedoch wenig dagegen. Eine kurze Bestätigung pflegt das Verhältnis zum scheidenden Mieter, kostet Sie kaum Zeit und birgt kein Risiko, solange Sie wahrheitsgemäß formulieren. Hintergründe zur Rechtslage finden Sie unter Ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung Pflicht?

Bedenken Sie auch die Gegenseite: Ihr Mieter braucht die Bescheinigung in einem angespannten Wohnungsmarkt oft, um überhaupt eine neue Wohnung zu finden. Verweigern Sie sie einem Mieter, der stets pünktlich gezahlt hat, ohne sachlichen Grund, hinterlässt das selten einen guten Eindruck - während eine zügige, faire Ausstellung den Abschluss des Mietverhältnisses für beide Seiten reibungslos macht. Für Sie als Vermieter ist es also meist die unkompliziertere Entscheidung, der Bitte nachzukommen.

Das gehört hinein

Eine gesetzliche Form gibt es nicht - die Bescheinigung ist grundsätzlich formlos gültig. Damit sie beim neuen Vermieter überzeugt, sollte sie aber ein paar Kernangaben enthalten. Diese Übersicht zeigt, was hineingehört und worauf Sie dabei achten:

AngabeHinweis
Name des MietersVollständig und korrekt
Anschrift des MietobjektsDie betreffende Wohnung mit vollständiger Adresse
MietzeitraumVon - bis (bei laufendem Mietverhältnis: seit)
Bestätigung der SchuldenfreiheitNur, wenn tatsächlich keine Rückstände bestehen
Ort, Datum, UnterschriftMacht die Bescheinigung gültig
Briefkopf, ggf. StempelOptional, erhöht aber die Glaubwürdigkeit

Welche Angaben unbedingt hineingehören und welche aus Datenschutzgründen nichts darin zu suchen haben, vertieft der Ratgeber Was muss in einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung stehen?

Worauf Sie achten sollten

Drei Grundsätze halten Ihre Bescheinigung sauber und eindeutig:

  • Nur Wahres bestätigen: Bestätigen Sie ausschließlich, was den Tatsachen entspricht. Bestehen offene Rückstände, sollten Sie keine Schuldenfreiheit bescheinigen. Das gilt auch dann, wenn der Mieter Sie darum bittet.
  • Datenschutz wahren: Beschränken Sie sich auf die für das Mietverhältnis nötigen Angaben. Sensible Daten zu Beruf, Familienstand, Herkunft oder Gesundheit gehören nicht in das Dokument.
  • Sachlich bleiben: Persönliche Wertungen über den Mieter - positiv wie negativ - haben in der Bescheinigung nichts zu suchen. Eine knappe, neutrale Formulierung wirkt am stärksten.

Haftung: Wann wird es heikel?

Das Haftungsthema klingt dramatischer, als es ist - solange Sie wahrheitsgemäß bestätigen, sind Sie auf der sicheren Seite. Heikel wird es, wenn Sie Schuldenfreiheit wissentlich falsch oder leichtfertig ohne Prüfung bestätigen, obwohl Mietrückstände bestehen. Verlässt sich der neue Vermieter auf Ihre Angabe und erleidet daraufhin einen Mietausfall, können Sie sich ihm gegenüber unter Umständen schadenersatzpflichtig machen (§ 826 BGB). Nach der Rechtsprechung kann dafür schon genügen, wer Angaben leichtfertig „ins Blaue hinein“ macht und eine Schädigung in Kauf nimmt (zu einem Gutachter: BGH, Urteil vom 20.04.2004, X ZR 250/02).

Praktisch heißt das: Prüfen Sie vor der Unterschrift kurz, ob zum Zeitpunkt der Ausstellung tatsächlich keine Rückstände offen sind. Sind Sie unsicher, formulieren Sie nur, was Sie belegen können - etwa, dass die Miete im bestätigten Zeitraum vollständig eingegangen ist. Eine ehrliche, sachliche Bescheinigung schützt Sie am besten. Wie der neue Vermieter eine gefälschte oder unwahre Bescheinigung bewertet, zeigt der Ratgeber Bescheinigung gefälscht: die Folgen.

Eine zweite, oft übersehene Variante betrifft den umgekehrten Fall: Sie sollen Schulden bescheinigen, die der Mieter bestreitet. Hier gilt dieselbe Regel - bestätigen Sie nur Tatsachen. Bestehen die Rückstände unstrittig, können Sie das sachlich festhalten; ist die Forderung dagegen umstritten oder noch nicht geklärt, halten Sie sich zurück und formulieren Sie neutral. So vermeiden Sie, dass Ihre Bescheinigung später in einem Streit zwischen Mieter und neuem Vermieter angreifbar wird. Im Zweifel ist weniger mehr: Was Sie nicht zweifelsfrei belegen können, gehört nicht in das Dokument.

Datenschutz: Welche Angaben sind erlaubt?

Mit der Bescheinigung geben Sie personenbezogene Daten Ihres Mieters weiter. Nennen Sie deshalb nur, was dem Zweck dient: Name, Mietobjekt, Mietzeitraum und die Aussage zur Schuldenfreiheit. Angaben zu Beruf, Einkommen, Familienstand oder Verhalten gehören nicht hinein. Übergeben Sie die fertige Bescheinigung dem Mieter selbst und überlassen Sie ihm die Weitergabe an den neuen Vermieter. Die Details für Vermieter fasst der Ratgeber Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und Datenschutz zusammen.

In 4 Schritten ausgestellt

Mit einer fertigen Vorlage ist die Bescheinigung in wenigen Minuten erledigt:

1
Vorlage nutzen

Mit einer fertigen Vorlage haben Sie alle Kernangaben im Blick und vergessen nichts - einfach ausfüllen.

2
Schuldenfreiheit prüfen

Werfen Sie einen kurzen Blick auf das Mietkonto: Sind zum Ausstellungsdatum tatsächlich keine Rückstände offen?

3
Angaben kontrollieren

Stimmen Name, Adresse des Mietobjekts, Mietzeitraum und die Aussage zur Schuldenfreiheit?

4
Unterschreiben und übergeben

Ort und Datum eintragen, unterschreiben, fertig - per E-Mail, Brief oder digital an den Mieter.

Hat Ihr Mieter die Bestätigung online angefragt, können Sie die Anfrage als Vermieter digital bestätigen (öffnet mietnachweis.de in neuem Tab): Sie prüfen die zutreffenden Aussagen und bestätigen per SMS-Code, ohne Drucken und Scannen. Für Sie ist das kostenlos.

Musterformulierung zum Übernehmen

Eine knappe, klare Formulierung wirkt am überzeugendsten und hält Sie auf der sicheren Seite. Diese Vorlage können Sie direkt übernehmen und anpassen:

„Hiermit bestätige ich, dass Herr/Frau [Name] die Wohnung in der [Adresse] von [Datum] bis [Datum] gemietet hat. Die Miete wurde im genannten Zeitraum stets vollständig und pünktlich gezahlt. Zum Zeitpunkt der Ausstellung dieser Bescheinigung bestehen keine Mietrückstände. [Ort, Datum, Unterschrift]"

Bei einem laufenden Mietverhältnis ersetzen Sie „von [Datum] bis [Datum] gemietet hat" durch „seit [Datum] mietet". Vermeiden Sie zusätzliche Lobesformeln oder Einschätzungen zum Charakter des Mieters - sie machen die Bescheinigung nicht stärker, sondern angreifbarer. Eine ausführliche Anleitung zum Ausfüllen finden Sie unter Muster ausfüllen: Schritt für Schritt.

Kostenlose Vorlage für Vermieter

Sparen Sie sich das Formulieren: Diese ausfüllbare Vorlage enthält alle üblichen Angaben - einfach am Bildschirm ausfüllen, prüfen und unterschreiben.

PDF
Ausfüllbare Vorlage für Vermieter: Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Kostenlose Vorlage zum Ausfüllen, Prüfen und Unterschreiben.
Vorlage herunterladen

Häufige Fragen von Vermietern

Bin ich verpflichtet, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen?

Nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Ausstellung (BGH, Urteil vom 30.09.2009, VIII ZR 238/08). Sie entscheiden frei und dürfen eine Bitte auch ohne Begründung ablehnen. Bei einem zuverlässigen Mieter ist die Bestätigung aber eine kurze, risikolose Geste.

Darf ich eine Bescheinigung verweigern?

Ja. Da kein einklagbarer Anspruch besteht, können Sie die Ausstellung ablehnen. Bestehen offene Rückstände, sollten Sie ohnehin keine Schuldenfreiheit bestätigen.

Hafte ich, wenn ich Schuldenfreiheit bestätige?

Ein Haftungsrisiko besteht vor allem, wenn Sie wissentlich oder leichtfertig ohne Prüfung („ins Blaue hinein“) eine falsche Schuldenfreiheit bestätigen und der neue Vermieter dadurch einen Schaden erleidet. Wer vorher das Mietkonto prüft und nur Belegbares bestätigt, hält das Risiko gering.

Muss die Bescheinigung eine bestimmte Form haben?

Nein, sie ist formlos gültig. Wichtig sind nur die Kernangaben sowie Ort, Datum und Ihre Unterschrift. Ein Briefkopf oder Stempel ist optional, erhöht aber die Glaubwürdigkeit.

Welche Daten darf ich aus Datenschutzgründen nicht nennen?

Beschränken Sie sich auf Name, Mietobjekt, Mietzeitraum und die Aussage zur Schuldenfreiheit. Angaben zu Beruf, Einkommen, Familienstand oder Gesundheit gehören nicht hinein.

Darf ich für die Bescheinigung Geld verlangen?

Als privater Vermieter stellen Sie sie üblicherweise kostenlos aus. Mehr dazu unter Was kostet eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Worin unterscheidet sie sich von der Vorvermieterbescheinigung?

Die Begriffe meinen meist dasselbe Dokument, je nach Region und Sprachgebrauch. Den Unterschied erläutert der Ratgeber Vorvermieterbescheinigung.

Quellen